Noch lange nicht Genug
Im Interview spricht Vizeweltmeister Pascal Egger er über seine Vorbereitung auf Wettkämpfe und erzählt, wie es bei einem so grossen und wichtigen Turnier zugeht.

Luzerner Rundschau – September 2018
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Pascal Egger kämpfte in Stockholm erneut gegen Eric Aristabal.

Bild: Mirco dalla Lana

Zahlreiche Titel, darunter Welt- und Vizeweltmeister: Hast du noch weitere Ziele, die du nun persönlich erreichen kannst und willst?

Grundsätzlich möchte ich noch lange auf diesem Niveau kämpfen können. Das treibt mich an, ständig besser werden zu wollen. Für das kommende Jahr in Portugal ist das Ziel sicher, den Team Europameistertitel zu verteidigen. Im Jahr darauf in Südafrika will ich meinen Weltmeistertitel zurückgewinnen.

Wie bereitest du dich auf einen solchen Wettkampf vor? Hast du bestimmte Rituale, die dir helfen?

Es gibt für mich 3 Bereiche der Vorbereitung: Ernährung, Training/Regeneration und das Mentale. Was ich esse ist für mich das A und O, speziell in einer WM Vorbereitung und bildet den ersten Baustein der Vorbereitung. Das Training, bestehend aus Grundtechnik, Kampf und Kraft im richtigen Verhältnis zur Regeneration bildet den zweiten Baustein und gibt mir sehr viel Sicherheit und ein gutes Gefühl. Ich setze mir jeweils ein Datum, wann die Vorbereitungsphase beginnen soll. Ab diesem Zeitpunkt denke ich in jedem Training daran, weshalb ich das mache und wo ich am Ende stehen will. Das bildet den dritten Baustein, den mentalen Bereich.

Wie fühlt es sich an, erneut auf einen Rivalen wie Eric Aristabal zu treffen? Schwingt da besonderer Druck mit?

Druck habe ich immer, da meine gesetzten Ziele entsprechend hoch sind. Ich kann damit aber mittlerweile gut umgehen und brauche das sogar, um meine beste Leistung abrufen zu können. Gegen wen ich letztendlich Kämpfe und das wievielte Mal spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Was spielt sich während so eines Kampfes um den Weltmeistertitel im Kopf ab? Wie schaffst du es, einen klaren Kopf zu behalten?

Wenn man im Kampf drin ist, fühlt es sich nicht viel anders an, als ein Kampf der ersten Runde oder ein Halbfinale. Man kämpft um zu gewinnen und macht alles dafür. Die Zuschauer und den Lärm nimmt man nicht mehr bewusst wahr, man ist wie in einer anderen Welt. Als Vergleich: es ist ein Gefühl, wie wenn man seine Ohren zuhält und sich atmen hört. (lacht).

Euer Motto für das Team ist «one team – one spirit». Wie motivierst du deine Schüler dazu, ihr Bestes zu geben?

Indem ich es ihnen von Turnier zu Turnier vorlebe.

In deiner Kategorie sind insgesamt 18 Karatekas an den Start gegangen. Kennt man sich da untereinander?

Ja, man kennt sich teilweise seit über 20 Jahren. Abseits der Matten ist die Stimmung deshalb sehr freundschaftlich und familiär.

Was steht in naher Zukunft an? Sind die nächsten Wettbewerbe schon geplant?

Im Herbst 2019 findet die Europameisterschaft voraussichtlich in Portugal statt. 2020 findet die Weltmeisterschaft in Südafrika / Cape Town statt.

Autorin:  Sandra Scholz